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1. Begriffsklärung FAQWas ist ein Hort? / Was ist ein Tagesheim / eine Tagesstätte / eine Tagesschule? / Was ist eine Kindertagesstätte (Kita) / Was ist der Unterschied zwischen Hort und Krippe? / Was bedeutet familienergänzende Betreuung? / Was bedeutet ausserschulische Betreuung? / Welche Hortarten gibt es? / Welche familienergänzende Betreuungsarten gibt es?
Was ist ein Hort?In Kürze: In dieser Webseite wird unter Hort eine Betreuungseinrichtung für Kinder ab Kindergarten- und Schuleintritt verstanden. Die Kindergarten- und Schulkinder werden tagsüber oder für einen Teil des Tages betreut, vor allem ausserhalb der Schulzeit wenn dies ihre Eltern nicht tun können. Das Hortangebot umfasst eine professionelle Betreuung mit Freizeitgestaltung, Verpflegung, Unterstützung in schulischen Belangen und Erziehung zu sozialem Verhalten und Selbständigkeit. Die Betreuungsinstitutionen werden vom Schulamt, Sozialamt oder Jugendamt betrieben und sind meist in räumlicher Nähe zu einer Schule untergebracht.
Was ist ein Tagesheim / eine Tagesstätte / eine Tagesschule?In Kürze: In einigen Kantonen der Schweiz wird der Begriff "Tagesstätte" anstatt "Hort" verwendet. Beispielsweise wird in Basel-Landschaft nicht zwischen Krippen und Horten unterschieden. Es gibt nur Tagesheime, die Kinder zwischen 2.5 Monaten und 12 Jahren aufnehmen. Je nach Betrieb sind dies altersgemischte oder altersgetrennte Gruppen. Der Begriff "Hort" und "Kinderhort" wird beispielweise im Kanton Bern in der Regel für eine teilzeitliche Betreuung von Schülerinnen in Form einer Aufgabenhilfe gebraucht, für eine ganztägige Betreuung wird der Begriff "Tagesheim" verwendet. Für Horte-online verwenden wir jedoch nur das Wort Hort. Der Begriff "Tagesheim" und hie und da auch "Tagesstätte" wird oft für die Betreuungseinrichtungen für Behinderte oder ältere Menschen verwendet. Als Tagesschule wird eine geleitete Schule bezeichnet, die ebenfalls Ganztagesbetreuung anbietet. Es handelt sich dabei nicht einfach um einen in der Schule integrierten Hort. Meistens arbeiten in einer Tagesschule Hortnerinnen aber auch die Lehrkräfte übernehmen Betreuungsfunktionen. Die Hortleiterinnen und Hortleiter wiederum beteiligen sich am Schulgeschehen, etwa mit einem Angebot von Kursen oder durch Spetten (= Schule geben, wenn eine Lehrkraft ausfällt).
Was ist eine Kindertagesstätte (Kita)?Der Begriff Kindertagesstätte oder KITA wird vor allem in Deutschland verwendet, in der Schweiz ist er noch nicht so bekannt. Es handelt sich dabei meistens um Tageseinrichtungen für Kinder. Die Kindertagesstätten werden folgendermassen aufgeteilt:
Daneben gibt es auch verschiedene Mischformen. Je nach Anbieter sind die Gruppen altersgemischt oder altershomogen. Vergleich zur Schweiz: Die Kinder werden von Erzieherinnen und Erziehern betreut, welche in Fachschulen für Sozialpädagogik während drei Jahre ausgebildet werden. Die Ausbildung entspricht in etwa derjenigen zur Kleinkindererzieherin / Erzieherin an den Höheren Fachschulen in der Schweiz. Diese Ausbildung ermöglicht an vielen Orten in der Schweiz jedoch nur die Tätigkeit als Betreuerin in einer Krippe, nicht im Hort. Das Niveau ist in der Schweiz durch die oftmals akademische Ausbildung (Fachhochschule) höher.
Was ist der Unterschied zwischen Hort und Krippe?In Kürze: Der Begriff "Krippe" wird für Betreuungslokale für Säuglinge und Kleinkinder verwendet. Im Kindergartenalter wechseln die Kinder zum Hort, wenn gleich einige Krippen ebenfalls Kindergartenkinder betreuen. In Bezug auf die Elternbeiträge wird die Krippe mit dem grösseren Betreuungsaufwand (mehr Betreuungspersonen pro Kind) höher eingestuft als der Hort oder der Mittagstisch. Beispiel Stadt Zürich: Krippe 117 %, Tageshort 83%, Mittagshort (ohne Essen) 10%.
Was bedeutet familienergänzende Betreuung?In Kürze: Für die Hortbetreuung werden die drei Begriffe "familienergänzend", "familienextern" und "ausserfamiliär" verwendet um ihre Beziehung zur Betreuung innerhalb der Familie zu zeigen. Familienergänzende Betreuung beinhaltet, dass die Hortbetreuung die Erziehung und Betreuung in der Familie ergänzt. Der Begriff betont das Wechselspiel und die Zusammenarbeit mit der Familie. Das heisst auch, dass Kinder Erfahrungen über den Rahmen hinaus machen können, den ihnen die Kleinfamilie bietet, zum Beispiel in der Gruppe und mit Andersaltrigen. Familienexterne oder ausserfamiliäre Betreuung beinhaltet, dass die Hortbetreuung ausserhalb des Kreises der Familie angesiedelt ist. Die Begriffe betonen die räumliche Distanz zum Zuhause der Kinder und dass die Kinder von Personen betreut werden, die ausserhalb der Familie stehen.
Was bedeutet ausserschulische Betreuung?In Kürze: Ausserschulische Betreuung beinhaltet, dass die Hortbetreuung ausserhalb der Schule angesiedelt ist (institutioneller Bezugsrahmen). Kinder und Jugendliche verbringen die Zeit ausserhalb der Schulstunden sowie die schulfreien Nachmittage und zum Teil die Schulferien im Hort. Der Hort hat einen sozialpädagogischen Bildungsauftrag, der sich deutlich von dem der Schule unterscheidet. Die Kinder machen zwar meistens ihre Hausaufgaben im Hort, aber die Hortbetreuung ist nicht nur eine Ergänzung des pädagogischen Auftrags der Schule. Im Hort lernen Kinder, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten, sich in Gruppen unterschiedlichen Alters zu bewegen und andere Kulturen zu verstehen.
Welche Hortarten gibt es?In Kürze: Es gibt Ganztagesbetreuung (Tageshorte, Tagesstätten, Tagesheime) und Betreuung für nur einen Teil des Tages, etwa über Mittag (Mittaghort, Mittagstisch) oder Mittag und Nachmittag (Mittag-Abendhorte). Im Halbtageshort kommen Kinder vor oder nach der Schule, um unter Aufsicht und Betreuung Hausaufgaben zu erledigen. Ausserdem unterscheiden wir noch sogenannte Schülerkafis, die nur von Oberstufenschülern besucht werden. Einige Horte bieten ausserdem noch Schulsozialarbeit an. Mittagstische offerieren eine gemeinsame Mahlzeit während der Mittagspause. Sie sind unterschiedlich organisiert und haben verschiedene Trägerschaften: Schulen, Jugendtreffs, Gemeinschaftszentren oder Kirchgemeinden organisieren das Essen und stellen Räume zur Verfügung. Mittagstische sind für die Eltern meist billiger als eine Hortbetreuung, da sie nicht über eine professionalisierte Betreuungsstruktur verfügen. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Betreuerinnen und Betreuer ausgebildet. Es sind Jugendarbeiterinnen, Erzieherinnen oder Hortleiterinnen. Es gibt jedoch auch Tagesmütter oder Eltern die für eine Kindergruppe das Mittagessen anbieten. Die Verpflegung wird zum Teil von den Kindern mitgebracht oder es wird etwas Einfaches gekocht. Mittagstische ermöglichen den Eltern ihren Tag besser einzuteilen und verhindern unnötige Pendlerfahrten. Welche familienergänzende Betreuungsarten gibt es?In Kürze:
Bemerkung: Die Begriffe "Tagesheim" und "Tagesstätte" werden oft als ein Synonym für Hort gebraucht.
Verfasst T. Zuberbühler, Lektorat D. Ammari, Design J. Soriano |
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