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5. Hort und ElternhausWie sieht die Zusammenarbeit von Eltern und Hortleiterinnen aus? / An wen wende ich mich, wenn ich Probleme mit dem Hortpersonal habe? / Sind wir Rabeneltern, wenn wir unser Kind in den Hort schicken, anstatt es selber zu betreuen?
Wie sieht die Zusammenarbeit von Eltern und Hortleiterinnen aus?In Kürze: Der Hort kann und soll das Elternhaus nicht ersetzen. Für eine kürzere oder längere Zeit bietet der Hort aber die Möglichkeit einer notwendigen Ergänzung zu Elternhaus und Schule. Die Eltern, Lehrkräfte und Hortleiterinnen und Hortleiter erziehen und betreuen gemeinsam. Eine enge Zusammenarbeit zum Wohle des Kindes ist deshalb von grosser Wichtigkeit und sehr erwünscht. Die Eltern und das Hortpersonal bilden eine Erziehungspartnerschaft, in der sie ihre Erziehungsziele und -methoden aufeinander abstimmen, den Erziehungsprozess gemeinsam gestalten und sich gegenseitig unterstützen. Zu diesem Zweck veranstalten auch Hortleiterinnen Elterngespräche und Elternabende. Hier geht es zum Teil um organisatorische Angelegenheiten (wann kommt das Kind, wie erfolgt die Anmeldung etc.), aber auch oft um das Verhalten des Kindes in der Hortgruppe. Das gemeinsame Ziel von Eltern und Hortnerinnen ist, dass sich alle Kinder in der Hortgrupppe wohl fühlen und miteinander gut umgehen lernen. Bei speziellen Problemen einzelner Kinder bieten die Hortnerinnen ihre Mitarbeit für Lösungsmassnahmen an.
An wen wende ich mich, wenn ich Probleme mit dem Hortpersonal habe?In Kürze: Zuallererst sollte das Gespräch mit den Hortleiterinnen selber gesucht werden. Vielleicht lässt sich so das Problem sofort lösen. Als zweiter Schritt können Sie sich an die Aufsichtsbehörde des Hortes wenden. Die Hortleiterinnen sind verpflichtet, Ihnen darüber Auskunft zu geben, wer sie beaufsichtigt. Dies ist von Gemeinde zu Gemeinde anders geregelt, meist sind es diejenigen Gremien, die auch die Lehrkräfte beaufsichtigen (Schulpflege, Hortkommission, Betriebskommission, Aufsichtskommission, Schulleitung). Bitte beachten Sie, dass die Verwaltung keine Aufsichtsfunktion über die Hortleiterinnen hat.
Sind wir Rabeneltern, wenn wir unser Kind in den Hort schicken, anstatt es selber zu betreuen?In Kürze: Die Raben sind gute Eltern, sie füttern und
umsorgen ihre Jungen liebevoll. Wir nennen jemand eine Rabenmutter, wenn
sie ihre Kinder vernachlässigt. Der Vorwurf, Eltern würden nicht
genug Zeit mit ihren Kindern verbringen hört man oft. Tatsächlich
machen sich Väter und Mütter Gedanken zur Erziehung ihrer Kinder,
lesen Bücher, besuchen Kurse und lassen sich von Fachpersonen beraten. Viele gut ausgebildete Frauen verzichten auf eine Karriere und betreuen stattdessen die Kinder selber. Diese Lösung stimmt aber nicht für jede Familie. Wenn beide Eltern die Berufstätigkeit wählen (laut Statistik sind das heute schon über 50 Prozent der Paare) und deshalb für ihre Kinder eine ausserfamiliäre Betreuung suchen heisst das noch nicht, dass sie der Verantwortung müde oder Rabeneltern sind. Viele Eltern überlegen sich sehr genau, in welcher Art und Weise sie Berufstätigkeit und Kinderbetreuung mit einander verbinden können. Sie wählen zum Wohle des Kindes zum Beispiel eine Teilzeitbeschäftigung und koordinieren Arbeitszeit mit der Schulzeit damit sie die freien Nachmittage mit ihren Kindern verbringen können. In vielen Familien ist es zudem aus finanziellen Gründen nötig, dass beide Eltern arbeiten. Die Beziehung vom Kind zu den Eltern leidet nicht, wenn diese zu Hause Zeit und Ruhe finden und liebevoll, einfühlsam und verständnisvoll mit dem Kind umgehen. Wichtig ist aber auch dass die Eltern sich auch selber wohl fühlen mit ihrem Leben zufrieden sind! Zum Glück weichen Vorurteile gegen die Betreuung von Kindern ausserhalb der eigenen Familie mehr und mehr einer objektiveren Beurteilung. Neuere Untersuchungen zeigen, dass eine qualitativ gute, familienergänzende Kinderbetreuung positive Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes hat. Kinder ab dem Alter von 2 Jahren entwickeln sich körperlich und intellektuell schneller, wenn ihr alltägliches Beziehungsnetz über die Kleinfamilie hinausreicht. Sie erwerben sich auch eine grössere Geschicklichkeit im sozialen Umgang mit andern Kindern und Erwachsenen. Als Resultat sind sie sowohl im Jugendalter als auch später als Erwachsene erfolgreicher und stabiler.
Verfasst T. Zuberbühler, Lektorat D. Ammari, Design J. Soriano |
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