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Horte-online:  eine Webseite über das Hortwesen, den Beruf der Hortleiterin / des Hortleiters und der familienexternen Betreuungssituation in der Schweiz. Informationen zum Hortbetrieb, Literatur, Zahlen, Fachhochschulen, Betreuungsanbieter

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8. Hort und Gesellschaft

Was ist die Bedeutung der familienergänzenden Betreuung? / Stimmt es, dass nur schwierige Kinder oder solche aus unteren sozialen Schichten den Hort besuchen?

 

Was ist die Bedeutung der familienergänzenden Betreuung?

In Kürze: Ein verändertes Rollenverständnis, wirtschaftliche Notwendigkeit und die Zunahme der Alleinerziehenden haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass viele Eltern Beruf und Kinderbetreuung miteinander vereinbaren müssen oder wollen. Die Bedeutung einer guten familienergänzenden Betreuung wird deshalb von immer mehr Leuten als hoch eingeschätzt.

Der offensichtlichste Nutzen ist, dass Eltern in Ruhe und mit gutem Gewissen ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen können und wissen, dass ihr Kind nicht auf der Strasse ist, sondern im Hort / in der Krippe professionell betreut wird. Der Besuch eines Hortes ist auch ein Gewinn für die Kinder, sie lernen neue Freunde kennen und können dabei unter ihresgleichen wertvolle Erfahrungen machen.

Der Gewinn für die Gesellschaft ist schwieriger zu definieren, da es sich zum Teil um vermiedene Kosten handelt (Sozialhilfebeiträge, Kleinkinderbetreuungsbeiträge, schulische Förderungsmassnahmen, weniger Jugendkriminalität, weniger Folgekosten). Eine Studie hat aufgezeigt, dass rundum von einer erhöhten Lebensqualität der Kinder, Eltern aber auch der Gesellschaft im allgemeinen gesprochen werden kann.

Mehr Info: 15. Qualität an Betreuungsstätten / Zusammenfassung der Studie "Kindertagesstätten zahlen sich aus" im Auftrag des Sozialdepartements der Stadt Zürich (2001)

Verwandte Fragen: Was lernt mein Kind im Hort? / Schadet Fremdbetreuung meinem Kind? / Was bedeutet familienergänzende Betreuung? / Gibt es Zahlen wieviel ein Hortplatz kostet? / Nutzen von Kindertagesstätten in Zahlen

Stimmt es, dass nur schwierige Kinder oder solche aus unteren sozialen Schichten den Hort besuchen?

In Kürze: Dies mag gestimmt haben, als die ersten Horte gegründet wurden (1886), da sie damals für sozial benachteiligte Kinder gedacht waren und teilweise unter schlechten Bedingungen geführt wurden. In einer Publikation zum Berufsbild ca. aus den siebziger Jahren (leider kein Datum) heisst es: "Die Horte stehen denjenigen Kindern offen, welche während ihrer schulfreien Zeit von ihren Eltern nicht hinreichend beaufsichtigt und erzogen werden können. Da solche Kinder ohne zusätzliche Hilfe mehr oder weniger der gesundheitlichen und sittlichen Gefährdung und der Verwahrlosung ausgesetzt wären, bildet der Hort eine notwendige Ergänzung zur Familien- und Schulerziehung." Dieses Image vom notwendigem Übel prägt das Hortwesen leider noch bis heute.

Meiner Meinung nach (basierend auf über 10 Jahren Arbeit als Hortleiterin in Zürich) stimmt die Aussage, dass nur schwierige Kinder oder solche aus den unteren sozialen Schichten den Hort besuchen nicht. Sie werden in jedem Hort, aber auch in jeder Schulklasse, schwierige Kinder und solche aus allen gesellschaftlichen Schichten finden. Vorallem in grösseren Städten wird die Hortgruppe bunt gemischt sein. Dieses multikulturelle Umfeld ist für die Kinder eine grosse Bereicherung und die Hortleiterinnen und Hortleiter ermuntern zum gegenseitigen Kennenlernen, Verstehen und Toleranz üben.

Mehr Info: Qualitätssicherung - Untersuchungen zur Fremdbetreuung / Literatur: Familienergänzende Tagesbetreuung für Kinder - vom notwendigen Übel zur sozial- und bildungspolitischen Selbstverständlichkeit, Kapitel 2 Gesellschaftlicher Wandel und die Funktion familienergänzender Betreuung / Hortgeschichte: Die Entstehung des Hortwesens in der Stadt Zürich / Interview mit zwei ehemaligen Hortkindern

Verfasst T. Zuberbühler, Lektorat D. Ammari, Design J. Soriano
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