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4. Das KindWas sind die Ziele der Hortarbeit? / Womit beschäftigen sich die Kinder im Hort? / Was lernt mein Kind im Hort? / Bestehen Leitbilder für die Arbeit mit Hortgruppen? / Schadet Fremdbetreuung meinem Kind? / Wie gross ist eine Hortgruppe? / Im Hort hat es ältere und jüngere Kinder - was bedeutet das für mein Kind? / Was bedeutet der Wechsel von der Krippe zum Hort für mein Kind? Was sind die Ziele der Hortarbeit?In Kürze: Zu diesem wichtigen Thema lesen Sie bitte das Kapitel 14. Pädagogisches Konzept und Leitbild. Zusammenfassend gehören zu den Kernaufgaben:
Womit beschäftigen sich die Kinder im Hort?In Kürze: In einer geschützten anregungsreichen Umgebung ermöglichen die Hortleiterinnen und Hortleiter den Kindern, sich intensiv mit sich selbst und der Umwelt auseinander zu setzen und Erfahrungen zu sammeln. Was man so alles im Hort machen kann: spielen, basteln, werken, Theater spielen, turnen, tanzen, zeichnen, backen, ausruhen, streiten, lachen, Witze erzählen, Musik hören, Bücher anschauen oder lesen, diskutieren, schwatzen, Hütten bauen, draussen spielen, essen, schlafen (die Kleinen über Mittag), Ausflüge machen, Lego spielen, Go-cart und Trotinett fahren, verkleiden, Ball spielen, im Sandkasten spielen, kuscheln, Puzzle zusammensetzen, Karten spielen, Hausaufgaben erledigen, Kasperli spielen, singen und vieles mehr. In den meisten Horten helfen die Kinder auch bei kleineren Hausarbeiten (Ämtli wie Abwaschen und Abtrocknen, Tischen, kleinere Aufräumarbeiten).
Was lernt mein Kind im Hort?Horte sind auch Bildungseinrichtungen. Studien zeigen, dass Horte und Krippen ein vielfältiges Erfahrungsfeld für Kinder anbieten, dass die motorischen und kognitiven Fähigkeiten und emotionale Entwicklung gefördert werden und die Kinder zu Selbstständigkeit und erhöhtem Selbstvertrauen erzogen werden. Der Hort soll ein Ort zum Wohlfühlen sein. Das tägliche Zusammenleben, aber auch besondere Aktivitäten wie Ausflüge, Sport und Spiel, Hortlager helfen den Kindern, ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln und ihre sozialen Fähigkeiten zu stärken. In Kürze:
Bestehen Leitbilder für die Arbeit mit Hortgruppen?In Kürze: Zu einem Hort-Konzept gehört auch ein Leitbild sowie ein pädagogisches Konzept. Mehr Informationen dazu finden Sie unter 14. Pädagogisches Konzept und Leitbild. Beispiel Leitbild des Hortpersonals der Stadt Zürich: es beinhaltet den Orientierungsrahmen für die Zusammenarbeit aller mit Hortfragen beschäftigten Instanzen und Personen.
Schadet Fremdbetreuung meinem Kind?In Kürze: Zum Glück weichen heute Vorurteile bezüglich der Betreuung von Kindern ausserhalb der eigenen Familie einer objektiveren Beurteilung. Neuere Untersuchungen zeigen ausserdem, dass eine qualitativ gute familienergänzende Kinderbetreuung positive Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes hat. Siehe dazu das Thema Qualitätssicherung, in der eine Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse zur Fremdbetreuung aus Deutschland und USA steht.
Wie gross ist eine Hortgruppe?In Kürze: Erkundigen Sie sich bei ihrem Hort. Im Allgemeinen hängt die Grösse der Hortgruppe vom Alter der Kinder, von der Anzahl Betreuerinnen, von der Grösse des Hortlokals und von den verfügbaren finanziellen Mitteln ab. Ich habe Kenntnis von Horten mit 11 Kindern (1 Hortleiterin), solchen mit 20 bis 25 Kindern (2 Hortleiterinnen) und andern mit 35 und mehr Kindern (2 Hortleiterinnen und Hilfspersonal). Über Mittag sind die Kindergruppen meistens gross, am Nachmittag und am Morgen etwas kleiner, da ein Teil der Hortkinder in der Schule oder im Kindergarten ist, beziehungsweise ihre freien Nachmittage zu Hause verbringen. Daher arbeitet über Mittag meist mehr als eine Betreuungsperson. Im Vergleich zur Krippe sind die Kindergruppen grösser, in den Horten werden aber keine Kleinkinder betreut.
Im Hort hat es ältere und jüngere Kinder - was bedeutet das für mein Kind?In Kürze: Kinder lernen im Hort neue Kinder kennen. Sie können dabei unter ihresgleichen wertvolle Erfahrungen machen. In der altersgemischten Gruppe wird die Kommunikationsfähigkeit gefördert, der Umgang mit Konflikten erlernt und das gesellschaftliche Wissen erweitert. Das Zusammenleben in einer altersgemischten Gruppe hat Vor- und Nachteile: einerseits lernt das Kind von Kindern verschiedenen Alters neue Fertigkeiten, andererseits muss es auch mit älteren und stärkeren Kindern umgehen lernen. Das ist nicht für jedes Kind gleich einfach. Die Hortleiterinnen werden jedoch auf das Zusammenspiel der verschiedenaltrigen Kinder ein spezielles Augenmerk legen und dort unterstützend eingreifen, wo es nötig ist. Die Kinder lernen in diesem Prozess auf einander Rücksicht zu nehmen, den schwächeren Kindern zu helfen und Konflikte nicht nur durch Gewalt zu lösen. Ein weiterer Aspekt ist, dass der Hortbetrieb die Kinder auf ideale Weise auf die nächste Schulstufe vorbereitet - indem kleinere Kind täglich mit älteren Kindern zu tun haben, machen sie sich auf spielerische Weise mit dem Schulalltag der oberen Klassen vertraut. Im Hort gibt es auch immer wieder die Situation, dass mehrere Geschwister miteinander den Hort besuchen. Wie in der Familie üben auch hier die Kinder das Zusammenleben in gegenseitigem Verständnis und gegenseitiger Unterstützung.
Was bedeutet der Wechsel von der Krippe zum Hort für mein Kind?In Kürze: Bei einem Wechsel von der Krippe in den Hort ändert sich das Umfeld des Kindes stark. Nicht nur wird es neue Betreuerinnen und neue Kinder kennenlernen, es wechselt auch von einer Kindergruppe in der es zu den Älteren gehörte, zu einer Gruppe, wo es zu den Kleinen gehört. Auf diese Veränderungen reagieren Kinder ganz verschieden. Viele Kinder lassen sich gerne mit den älteren Kindern ein und finden es spannend, wenn diese mit ihnen etwas schwierigere Spiele machen oder ihnen etwas zeigen, was sie noch nicht kennen. Für andere Kinder kann aber ein älteres und stärkeres Kind auch als Bedrohung erscheinen. Ausserdem sind die Kindergruppen im Hort im Vergleich zur Krippe sicher grösser. Es bedeutet, dass die Betreuerin weniger Zeit für ein einzelnes Kind haben wird. Aus diesem Grund wird die Hortleiterin oder der Hortleiter auch eine gewisse Selbstständigkeit vom Kind erwarten, einerseits im Spiel und anderen Beschäftigungen, andererseits in Alltagsfertigkeiten wie Kleider anziehen, aufs WC gehen, essen etc. Ich denke, der Wechsel von der Krippe zum Hort ist eine Herausforderung für Ihr Kind aber auch gleichzeitig der Beginn einer neuen Lebensphase - vom Kleinkind zum Kindergarten- oder Schulkind.
Verfasst T. Zuberbühler, Lektorat D. Ammari, Design J. Soriano |
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