15. Qualität an Horten, Krippen und Kindertagesstätten
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Weshalb ist Qualitätsentwicklung
nötig? / Was bestimmt die Qualität?
/ Welches sind identifizierbare Qualitätsmerkmale?
/ Qualität aus Sicht des Kindes
/ Qualität aus Sicht der Eltern
/ Qualität aus Sicht der LehrerInnen
/ Qualität aus Sicht der HortleiterInnen
und ErzieherInnen / Qualität aus
Sicht der Träger / Modelle zur
Qualitätsentwicklung und -sicherung / Untersuchungsergebnisse
Weshalb ist Qualitätsentwicklung nötig?
In Kürze: Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich die Gesellschaft
rapide verändert und damit auch die Art und Weise, wie Kinder und
Jugendliche ihre Umwelt wahrnehmen und auf sie reagieren. Die Veränderungen
sind vor allem demografischer (Anteil der Kinder an Gesamtbevölkerung),
ökonomischer (materielle Ressourcen in der Familie), sozialer (Stellung
innerhalb der Gesellschaft) und rechtlicher Natur (Mitentscheidung, Gesetze
zum Schutz des Kindes). Dieser Wandel wiederspiegelt sich auch einerseits
im erhöhten Bedarf an ausserfamiliärer Betreuung und andererseits
in den Anforderungen an die Betreuungsqualität. Ob und wie es gelingt
auf diesen Wandel in der Gesellschaft zu reagieren, ist ein wichtiger
Aspekt der Qualität dieser Betreuung.
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Info: 8. Hort und Gesellschaft

Was bestimmt die Qualität?
In Kürze: Qualität wiederspiegelt im Wesentlichen Werte,
Überzeugungen, Wünsche und Bedürfnisse, der in der Betreuung
der Kinder involvierten Personen und Gruppen. Qualität ist deshalb
die gemeinsame Aufgabe aller dieser Beteiligten. In einem fortwährenden
Prozess werden die unterschiedlichen Bedürfnisse der involvierten
Interessengruppen betrachtet, gegeneinander abgewogen und ausbalanciert.
Qualität kann aus fünf unterschiedlichen Perspektiven erfasst
und gemessen werden. (Nach dem "Five
Perspectives on Quality in Early Childhood Programs" von Lillian
G. Katz 1996)
Oben-Unten-Perspektive - Qualität wird bestimmt durch Identifizierung
von Qualitätsmerkmalen, die das Programm, das pädagogische Setting,
das Personal etc. betreffen
Unten-Oben-Perspektive - Qualität wird bestimmt durch die
vom Kind erlebte Lebensqualität im Betreuungssetting.
Aussen-Innen-Perspektive - Wie wird die Einrichtung von den sie
nutzenden Eltern erlebt?
Innen-Perspektive - Wie wird die Einrichtung von den dort arbeitenden
MitarbeiterInnen erlebt?
Aussen-Perspektive - Wie dient die Einrichtung der Gemeinde und
der Gesellschaft?

Welches sind identifizierbare Qualitätsmerkmale?
In Kürze: Sogenannte Strukturqualität beinhaltet die
situationsunabhängige, zeitlich stabile Rahmenbedingungen der Hortgruppe.
Die Strukturqualität lässt sich zum grossen Teil direkt durch Gesetze
regeln (Oben-Unten-Perspektive). Kernelemente:
- Erwachsener-Kind-Schlüssel
- Gruppengrösse
- Betreuungsstabilität (täglich wechselnde Betreuungsarragements)
- Betreuungsdauer (wenige Stunden oder mehrere Tage pro Woche)
- Qualifikation / Ausbildung des Personals
- Kontinuität des Personals
- Arbeitsbedingungen des Personals wie vorhandene Zeit (plus Vorbereitungszeit)
- Verfügbare finanzielle Mittel
- Qualität und Umfang von Räumlichkeiten, Ausstattung und
Material
- Qualität der Ernährung, Hygiene
- Gesundheit, Feuersicherheitsmassnahmen usw.
Strukturelle Aspekte wie etwa die Gruppengrösse, der Erwachsener-Kind-Schlüssel
und die Ausbildung haben wiederum Auswirkungen auf den dynamischen Aspekt
der Qualität, der sogenannten Prozessqualität. Hier geht es
einerseits um die Form der Betreuer-Kind-Beziehung, andererseits um die
Interaktion von Hortleiterinnen und Eltern. Wie geht das Betreuungspersonal
mit dem Kind um, auf welche Art und Weise wird kommuniziert, welche Aktivitäten
werden angeboten, gibt es Unterstützung und Anregung etc.? Wie interagieren
Eltern und Betreuerinnen wenn es um die Lösung eines bestimmten Problems
geht. Wird mit Gesprächen gearbeitet oder vor allem mit schriftlichen
Mitteilungen? In welchem Rahmen finden Gespräche statt, werden Fachpersonen
beigezogen usw.
Der Begriff Einstellungsqualität (oder Orientierungsqualität)
bezieht sich auf die pädagogischen Vorstellungen, Werte und Überzeugungen
derjenigen Erwachsenen, die an den pädagogischen Prozessen unmittelbar
beteiligt sind. Diese können sehr ähnlich oder sehr verschieden
sein; wichtig ist auch hier der Prozess der gemeinsamen Qualitätsentwicklung.
Dabei werden folgende Fragen gestellt: Was ist pädagogische Qualität?
Welches sind die Aufgaben des Hortes (auch im Vergleich zur Familie)?
Auf welche Art und Weise soll die Entwicklung der Kinder unterstützt werden
(Entwicklungspsychologische Kriterien)? Welche pädagogischen Ziele und
Normen werden verfolgt? Wird der Hort als eigenständigen Betrieb
mit sozialpädagogischen Aufgaben angesehen oder als verlängerter
Arm der Eltern oder der Schule?
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Info: 10. Ausbildung zur Hortleiterin /
zum Hortleiter / 14. Pädagogisches Konzept
und Leitbild

Qualität aus Sicht des Kindes
In Kürze: Hier stellt sich die zentrale Frage: Wie fühlt
sich das Kind innerhalb der Betreuungsstätte (Unten-Oben-Perspektive)?
Wie viele Zeit verbringt es in der Betreuungsstätte? Wie erlebt es
die Einrichtung als Lebensraum und Anregungsraum, in dem es einen grossen
Teil seines Tages verbringt. Ist die Einrichtung angenehm wohnlich und
bietet vielfältige Spielmöglichkeiten? Spürt es Spass und
Freude oder Unlust und Langeweile? Wird es fremdbestimmt oder kann es
Eigeninitiative und Selbstständigkeit entwickeln? Wie wird mit ihm
geredet (positiver Ton, belehrend, heruntermachend, laut)? Wie erlebt
es den Kontakt mit Gleichaltrigen und Andersaltrigen - ist das Zusammenleben
mit ihnen mit Stress verbunden oder erhält man Anregung und Unterstützung
von ihnen? Wird man bei Bedarf in Ruhe gelassen und nicht ständig
betreut und beaufsichtigt? Kann man bei Bedarf mit einer Vertrauensperson
reden, die einem auch zuhört? Darf man mitreden und mitbestimmen?
Wie flexibel erlebt das Kind die Institution, etwa darf es Freunde einladen,
Bauwerke etc. hie und da stehen lassen, auswählen, was es essen will
und was nicht? Hat es in der Betreuungsstätte einen Platz für
sich, den es selber gestalten kann (eigenes Fächli, Platz um Zeichnungen
aufzuhängen, Rückziehmöglichkeiten)? Weiss das Kind, was
es darf und was nicht (Hortregeln)?
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Info: 4. Das Kind
Qualität aus Sicht der Eltern
In Kürze: Welche Wünsche haben die Eltern (Aussen-Innen-Perspektive)?
Wie werden die Dienstleistungen des Hortes, der Kindertagesstätte
angesehen? Etwa in Bezug auf die Förderung des Kindes, Öffnungszeiten,
Betreuungsdauer, Kostenrahmen, Ferienangebote, Dienstleistungen, Beratungsangebote
des Personals.
Die Eltern und das Hortpersonal bilden eine Erziehungspartnerschaft,
sie betreuen das Kind gemeinsam. Gerade bei potentiellen Konfliktsituationen,
etwa wenn ein Kind dringend sein Verhalten ändern sollte und deshalb
eine Therapie oder eine spezielle Schule besuchen sollte zeigt sich jedoch
oft, dass die Erwartungen auseinander gehen. Hier gilt es, in einen Prozess
einzusteigen und eine gemeinsame Lösung zu finden.
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Info: 5. Hort
und Elternhaus
Qualität aus Sicht der LehrerInnen
In Kürze: Nicht nur von Eltern werden Wünsche an den
Hort geäussert, sondern im Hortbereich ist es auch sehr wichtig,
welche Wünsche und Erwartungen von der Schule und den Lehrkräften
an die Horte herangetragen werden und umgekehrt (Aussen-Innen-Perspektive).
Soll der Hort vor allem Aufgaben übernehmen, die im Schulunterricht
zu wenig Platz haben (z.B. Sozialisation) und für die Erledigung
der Hausaufgaben zuständig sein, oder sieht man sich als Partner,
die gemeinsam mit den Eltern ein Kind erziehen und betreuen? Wird der
Hort auch als Bildungseinrichtung angesehen? Legt man Wert auf gemeinsame
Fallbesprechungen und Elterngespräche und wird das Hortpersonal im
Schulteam integriert? In diesem Sinne wird natürlich die Schule auch
umgekehrt von den Betreuerinnen kritisch angeschaut.
Je eher die Eltern spüren, dass Lehrkräfte und Hortleiterinnen
am gleichen Strang ziehen, desto eher akzeptieren und tragen sie auch
Massnahmen zum Wohle des Kindes mit, die ihnen von diesen vorgeschlagen
wurden (etwa Therapien, Änderungen im Verhalten in der Familie).
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Info: 6. Hort
und Schule

Qualität aus Sicht der HortleiterInnen und
ErzieherInnen
In Kürze: Wie wird die Einrichtung von den dort arbeitenden
MitarbeiterInnen erlebt (Innen-Perspektive)? Wünsche in Bezug auf
den Hort als Arbeitsplatz, Arbeitsaufwand für Verwaltung und Organisation
versus Kinderbetreuung, psychische Belastung, Zusammenarbeit im Team und
mit den Eltern, Arbeitszeiten, Vereinbarkeit mit Privatleben.
Wie die Institution Hort erlebt wird, hat sehr viel mit der Arbeitszufriedenheit
zu tun. Erlauben die Organisationsstrukturen genügend Zeit für
die Kernaufgabe, nämlich für die Betreuung der Kinder? Wo prallen
marktwirtschaftliche Überlegungen (bezüglich den Dienstleistungen)
auf pädagogische Zielsetzungen? Inwiefern ist die Förderung
der Kinder möglich, wo stösst man auf Grenzen der Machbarkeit?
Bestehen Entscheidungsfreiräume? Können eigene Fähigkeiten
und Begabungen auch eingesetzt werden? Werden Leitungs- und Führungsaufgaben
richtig wahrgenommen? Erlebt man das LeiterInnenteam als unterstützend?
Teilen die Kolleginnen das Verständnis vom Beruf, von den pädagogischen
Aufgaben etc.? Ist es möglich Ziele / Regeln zu formulieren und sie
auch gemeinsam auszuführen? Werden Probleme gemeinsam initiativ angegangen
oder vor sich hergeschoben? Sind die Arbeitsbedingungen gut, das heisst,
erhält man einen der Arbeit angemessen Lohn? Erlauben die Arbeitszeiten
auch ein Privatleben? Sind die psychischen Belastungen nicht zu gross
und bestehen Beratungsangebote? Steht eine ausreichende Vorbereitungszeit
zur Verfügung? Bestehen Angebote zur Fort- und Weiterbildung? Kann
man sich im Beruf weiterentwickeln und aufsteigen? Erhält man auch
Anerkennung für die geleistete Arbeit? Erlebt man die Eltern als
unterstützend? Welche Eltern benützen die Betreuungsstätte
nicht so sehr als ergänzende sondern als ersetzende Betreuung? Tragen
die Eltern die Entscheidungen des Teams mit?
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Info: 14. Pädagogisches Konzept und Leitbild
Qualität aus Sicht der Träger
In Kürze: Wie dient die Einrichtung der Gemeinde und der
Gesellschaft (Aussen-Perspektive)? Wie gross ist das Interesse an einer
gut ausgebauten Infrastruktur für die Bevölkerung in der Gemeinde
und (bei privaten Institutionen) beim Arbeitsgeber?
Die Träger gehen vor allem von soziopolitischen Zielsetzungen (sozial,
politisch, ideologisch) aus, denn ein gut ausgebautes Betreuungsangebot
für Kinder trägt auf jeden Fall zur Steigerung der Attraktivität
einer Gemeinde, einer Firma, eines Stadtteils, eines Schulhauses usw.
bei. Gleichzeitig soll das Angebot aber auch finanzierbar sein. Deshalb
stellt sich vor allem die Frage, wie die Betreuung kostengünstig bleiben
kann und gleichzeitig die Qualität der Betreuung erhalten wird.
Einige Träger sind auch einer bestimmten pädagogischen Richtung,
Weltanschauung oder einer Religion verpflichtet. Hier stellt sich auch
die Frage inwiefern diese Zielsetzungen mit den Wünschen von Seiten
der Kindern, Eltern, ErzieherInnen vereinbar sind.
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Info: Was sind die Kosten und der Nutzen von
Kindertagesstätten? (Studie)

Modelle zur Qualitätsentwicklung und -sicherung
In Kürze: Wenn man von Qualität spricht, muss man sich
auch damit auseinandersetzen, wie diese Qualität quantifiziert und
gemessen werden kann. Was sind Mindeststandards, was sind wünschenswerte
Standards?
Modell 1 - Qualitätsentwicklung durch Dialog. Qualitätskriterien
werden nicht allein von aussen gesetzt sondern sie werden aus der Reflexion
des pädagogischen Handelns entwickelt. Qualität wird vor Ort
definiert und entwickelt. Dabei werden alle Beteiligten einbezogen. Dies
ist ein dynamischer Prozess bei dem der Weg genau so wichtig ist wie das
Resultat.
Modell 2 - Die vorhandene Qualität wird auf Grundlage von wissenschaftlichen
Messinstrumenten gemessen. Beispiele: Kindergarten-Einschätzskala
(KES) 1997 (National Association for Education of Young children NAEYC
in den USA zehndimensionales Qualitätsmodell mit insgesamt 91 Qualitätskriterien
- für Gruppen im Alter von 3-6 Jahre). Für Horte sind solche
Messinstrumente noch nicht vorhanden.
Modell 3 - Zertifizierung der Einrichtungen nach dem DIN EN ISO-System
durch externe Experten. Dabei werden bestimmte Verfahren und
Abläufe zertifiziert, nicht die pädagogische Qualität.
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Info: Speziell folgende Bücher:
- Kindergarten- Skala ( KES-R). von Wolfgang Tietze, Käthe-Maria Schuster,
Hans-Günther Rossbach, Luchterhand 2001 ISBN: 3472048530 (vergriffen)
- Wie gut sind unsere Kindergärten? Eine Untersuchung zur pädagogischen
Qualität in deutschen Kindergärten. Wolfgang Tietze 1998
- Qualität von Kinderbetreuung. Wassilios E. Fthenakis, Martin R.
Textor (Hrsg.) 1998. Seite 52ff
- Der sichere Weg zur Qualität. Kindertagesstätten als lernende Unternehmen.
Antje Bostelmann und Thomas Metze 2000

Untersuchungsergebnisse
In Kürze: In Deutschland und in der USA wurden verschiedene
Untersuchungen durchgeführt.
Folgende Auswirkungen auf die Kinder wurden festgestellt:
Gute Fremdbetreuung schadet den Kindern nicht, sondern im Vergleich
mit andern nicht fremdbetreuten Kindern erzielten sie genauso gute - und
oft bessere - Ergebnisse bei Tests über ihre geistige oder intellektuelle
Entwicklung. Die Kinder (die meisten im Vorschulalter) konnten oft besser
mit Auge und Hand koordinieren, erzielten bessere Ergebnisse bei Intelligenztests,
waren kreativer im Umgang und Spiel mit Materialien, wussten mehr über
die physische Welt, verfügten über mehr arithmetische Fertigkeiten
und waren fähig einen komplexeren Sprachstil zu verstehen.
Vorschulkinder, die relativ gute Tageseinrichtungen besuchen, sind zumeist
selbstbewusster, offener, durchsetzungskräftiger und selbstgenügsamer,
fühlen sich in neuen Situationen schneller behaglich, sind weniger
zaghaft und ängstlich, hilfsbereiter und kooperativer sowie verbal
expressiver und wissen mehr über gesellschaftliche Regeln und Geschlechterrollen.
Fremdbetreuung von relativ guter Qualität fördert bezw. behindert
zumindest nicht die kognitive und soziale Entwicklung der Kinder. Dieselben
Untersuchungen zeigen jedoch auch, dass fremdbetreute Kinder oft unhöflicher,
weniger verträglich, ungehorsamer, lauter und ungestümer, leichter
reizbar und rebellischer und aggressiver sind sowie häufiger Schimpfwörter
verwenden als Kinder, die nicht fremdbetreut werden.
Folgende Aspekte korrelieren am deutlichsten und häufigsten mit
dem Verhalten und der Entwicklung der Kinder:
- Physische Umgebung
- Das Verhalten der BetreuerInnen
- Das Curriculum
- Die Zahl der Kinder
Physische Umgebung
Überraschenderweise steht die kognitive und soziale Entwicklung
von Kindern nicht in Beziehung zu der Zahl vorhandener Spielsachen oder
der Grösse des Raumes der Betreuungsstätte (ausser sie ist sehr
überfüllt, was negative Auswirkungen hat). Nicht so sehr die
Menge, sondern die Qualität der zur Verfügung stehenden Spielsachen
sind entscheidend, um die Entwicklung der Kinder zu fördern.
- Stimulierende physische Umgebung
- Raumgestaltung zur vielfältigen Nutzung (spielen, basteln, ausruhen,
lesen, schwatzen, essen, kuscheln, verstecken, bewegen und turnen, Hausaufgaben
erledigen und vieles mehr)
- Qualität und Vielfältigkeit der nutzbaren Materialien und
Spielsachen
- Einrichtung, die sich an den kindlichen Interessen orientiert
- Ausreichend Platz (pro Kind und für die verschiedenen Aktivitäten)
Das Verhalten der BetreuerInnen
Folgendes Verhalten der Fachkräfte führte zu einer grösseren
Wahrscheinlichkeit, dass die ist die Kinder soziale und kognitive Fertigkeiten
entwickelten.
- erzieherisch und betreuerisch arbeiten
- respektvoll
- stimulierend
- verantwortungsbewusst
- positiv / positiver Ton
- akzeptierend
- offene, klare, annehmende Haltung zeigen
- mitteilsam, informativ
- zusammen Geschichten vorlesen oder erfinden
- Wahlmöglichkeiten anbieten
- nichtdirektive Vorschläge machen
- zu eigenen Lösungsansätzen anregen
Nicht so gute Voraussetzungen zur Entwicklung bieten sich bei Fachkräften,
die
- rein betreuerisch arbeiten
- viel motorisch helfen
- viel Körperkontakt initiieren, umarmen und festhalten (keine
Eigenverantwortung des Kindes zur Problemlösung)
- Anweisungen geben
- kontrollieren
- einschränken
- bestrafen
In welcher Art und Weise BetreuerInnen mit den Kindern positiv interagieren
hängt zu einem gewissen Grad (jedoch nicht ausschliesslich) von der
Ausbildung und Erfahrung ab. Untersuchungen haben gezeigt, dass zwar LeiterInnen
mit höherer Ausbildung und mehr Berufserfahrung häufiger stimulierend,
verständnisvoll und akzeptierend sind, als solche mit weniger Erfahrung.
Fachkräfte mit einer akademischen Ausbildung tendieren jedoch auch
dazu, ein grösseres Gewicht auf schulische Aktivitäten zu legen,
was auf Kosten der Förderung der sozialen und emotionalen Entwicklung
geht.
Das Curriculum
Das Vorhandensein irgendeiner Art von Curriculum, etwa einige Lehrstunden,
etwas Strukturierung, einige organisierte und überwachte Aktivitäten,
ist eindeutig besser als ihr Fehlen. Zuviel Struktur und Reglementierung
sind jedoch nicht gut. Die Kinder profitieren vor allem von der Gelegenheit
und der Ermutigung, gewisse Aktivitäten zu initiieren, etwas selber
zu spielen oder zu lernen, wie man sich Wissen aneignet und zu den gesuchten
Informationen (zu einem Wissensgebiet, zu einem Spiel, zu Hilfe etc.)
findet.
Die Zahl der Kinder
Die Möglichkeit mit andern fremdbetreuten Kindern zu interagieren
hat positive Auswirkungen, das Kind lernt verschiedene Verhaltensmodelle
kennen. Ist die Gruppe jedoch sehr gross (bei Drei- bis Vierjährigen
mehr als 20), das Verhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern sehr
gross (grösser als 1:10) werden die Kinder in ihrer Entwicklung beeinträchtigt.
Quellen:
Zusammengesfasst von Study
of Early Child Care (SECC) from the National Institute of Child Health
and Human Development (NICHD)
von K. Alison Clarke-Stewart - englisch / Quellenverzeichnis zu den oben
aufgeführten Untersuchungsergebnissen siehe S. 157 bis 160 in: Qualität
von Kinderbetreuung. Wassilios E. Fthenakis, Martin R. Textor (Hrsg.)
1998
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Info: / Links Europa und USA
Verwandte
Fragen: Womit beschäftigen sich die
Kinder im Hort? / Sind wir Rabeneltern,
wenn wir unser Kind in den Hort schicken, anstatt es selber zu betreuen?

Verfasst T. Zuberbühler, Lektorat D. Ammari, Design J. Soriano
Copyright 2004 www.horte-online.ch.
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