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Familie und ausserschulische Institutionen stehen in wechselseitiger Beziehung. Obwohl die Verantwortung für die Kindererziehung vor allem bei der Familie liegt, wird es immer familienergänzende Betreuungsorte brauchen. Die heutige Familie ist in ihrer Erziehungsarbeit zu unterstützen und / oder zu ergänzen. Wer aber soll diese Arbeit übernehmen? Diese Frage ist leicht zu beantworten - der Hort.
Das Kind, sei es im Kindergarten oder in der Schule, bedarf eines über die Familie und ihre Umwelt hinausführenden Erlebnis- und Handlungsraumes. Es sucht neben den Eltern und Geschwistern neue Bezugspersonen, zu denen es Kontakt aufnehmen und an denen es sich in seinem Bedürfnis nach Tätigkeit und sozialer Entfaltung ausrichten und dabei Partner finden kann.
Der Hort hat hier seine spezifische Aufgabe. Die Erfüllung seines Erziehungs- und Bildungsauftrages trägt entscheidend zur Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit bei. Von daher gesehen ist der Hort nicht ein Platz, an dem Kinder nur untergebracht werden (z.B. aus Gründen der Berufstätigkeit der Mutter und/oder des Vaters), sondern ein Ort der Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen (im Alter von 4 bis 16 Jahren).
Der Hort hat die Aufgabe, das Kind zur Gemeinschaft und Verantwortung gegenüber der Gesellschaft zu erziehen. Im Hort sollen sich die Kinder wohlfühlen und frei entfalten können. Jedes Kind wird als eine Persönlichkeit geachtet und in seinem Wesen und Anliegen ernst genommen. Die Hortleiterinnen und Hortleiter sind bestrebt, die Kinder zu kritischen, zufriedenen und selbständigen Menschen zu erziehen. Sie lernen Rücksicht auf andere zu nehmen (z.B. die Grösseren helfen den Kleineren beim Schuhe binden oder die Kleineren spielen leise, wenn die Grösseren Hausaufgaben erledigen, etc.), gewöhnen sich an gebräuchliche Ordnungsformen und dies erleichtert ihnen das Hineinwachsen in die Erwachsenenwelt.
Der Hort soll dem Kind Geborgenheit und Schutz bieten. Es ist der Ort, wo das Kind ganzheitlich gefördert wird. Trotzdem ersetzt der Hort weder Familie noch Schule, sondern hat eine unterstützende und ergänzende Rolle. Er ist für die schulfreie Zeit zuständig und hilft zu verhindern, dass Kinder vor und nach der Schule auf der Strasse stehen oder sich alleine, ohne Betreuung, zu Hause aufhalten müssen. Auf die individuellen Unterschiede, das Entwicklungstempo und die Verschiedenheit der häuslichen Bedingungen wird Rücksicht genommen.
Folgende Aufgaben des Hortes dienen
der gesamtheitlichen Entwicklung des Kindes:
Im engeren Umfeld des Kindes gibt es heute verschiedene Einschränkungen:
Die typische, "normale" Familie gibt es nur noch selten. Die Strukturen haben sich grundlegend geändert. Für Kinder in der Stadt herrscht häufig mangelnder Freiraum. Folgen davon können zunehmende Aggression und Gewaltbereitschaft sein. Ungezwungene Kontakte werden schwieriger durch berechtigte Angst der Eltern, ihre Kinder könnten Opfer von kriminellen oder psychisch kranken Menschen werden. Der Hort kann deshalb zu dem Ort werden, wo Kinder Sicherheit erfahren können und wo soziale Benachteiligungen ausgeglichen werden. Ein partnerschaftlich-demokratisches Verhalten wird durch die Hortnerinnnen gefördert.
Durch Vernetzung mit Schule und Elternhaus sowie Therapieeinrichtungen, können unterschiedliche Lern- oder Entwicklungsstörungen erkannt und behandelt werden.
Im Hort wird mehr getan als gebastelt, gegessen oder Hausaufgaben gemacht. Gegenseitige Wertschätzung, eine persönliche Bindung helfen mit, die Kinder zu selbstbewussten Menschen zu erziehen. Die Hortleiterin / der Hortleiter kann auf die Wünsche der Kinder eingehen, denn das Hortleben erfährt wenig Einengung durch Rahmen- oder Lehrpläne. Das Tagesprogramm kann von Hortnerinnen und Kindern selber gestaltet werden.
Sinn und Zweck des Hortes kann nur sein, ihn durch fachliche Kompetenz, emotionale Zuwendung, klare und einsichtige Regeln sowie reiche Freizeitangebote zu einem Lebensbereich für Schulkinder aller Kulturen zu machen.
Mehr Info:
14. Pädagogisches Konzept und Leitbild
/ 15. Qualität an Betreuungsstätten
Verfasst 2002 Doris Ammari, Lektorat T. Zuberbühler, Design J. Soriano
Copyright 2002 www.horte-online.ch.